Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt

Instandsetzung der Ufer des Landwehrkanals, Baubeginn Teststrecke

Ausgabejahr 2019
Datum 05.02.2019

Im Auftrag des Wasserstraßen-Neubauamtes Berlin wurde vor dem Sommerbad Kreuzberg mit der Bauausführung für eine 85 m lange Teststrecke zur Erprobung von Instandsetzungsverfahren unter Wasser begonnen (LwK km 6,705 bis km 6,790, rechtes Ufer).
Die Ausführung dieser Teststrecke ist Gegenstand einer Mediationsvereinbarung für die Instandsetzung der Ufer des Landwehrkanals. Generalauftragnehmer ist die Züblin Spezialtiefbau GmbH. Die Bauausgaben in Höhe von rund 1 Mio. € finanziert der Bund.
Aufgrund der notwendigen Schifffahrtssperre erfolgen die Bauarbeiten während der Wintermonate und sollen bis April 2019 abgeschlossen werden.

Hintergrundinformationen
Der 10,73 km lange und unter Denkmalschutz stehende Landwehrkanalverbindet als Seitenkanal die Spree am Osthafen Berlin mit dem Spreekreuz in Charlottenburg. Die im Eigentum der Wasserstraßen-
und Schifffahrtsverwaltung des Bundes stehende Wasserstraße verläuft dabei durch die Berliner Stadtbezirke Treptow- Köpenick, Neukölln, Friedrichshain-Kreuzberg, Mitte und Charlottenburg-Wilmersdorf.
Nach dem Abrutschen eines Uferabschnittes am Maybachufer (2007) entwickelte sich eines der größten Mediationsverfahren Deutschlands um die Art und Weise einer durchgehenden Instandsetzung der Ufereinfassungen des Kanals. Die abschließende Mediationsvereinbarung
vom 17.12.2013 regelt konkret, wie die Instandsetzung der seinerzeit festgestellten Schadstellen erfolgen soll. Der Bund hat sich zur Umsetzung der Mediationsvereinbarung verpflichtet und stellt dafür insgesamt 66 Mio. € zur Verfügung. Das Wasserstraßen-Neubauamt Berlin wurde mit der Bau- und Genehmigungsplanung sowie der Baudurchführung beauftragt.
Die mediierten Lösungen bewirken dauerhafte Veränderungen der verkehrlichen Nutzung für den im Status einer Bundeswasserstraße stehenden Landwehrkanal, so dass die Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt als zuständige Aufsichtsbehörde die Durchführung
eines Planfeststellungsverfahrens auferlegt hat, welches derzeit vorbereitet wird.
Mit der jetzt vorab ausgeführten Teststrecke sollen verschiedene Instandsetzungsverfahren auf ihre Praxistauglichkeit getestet und ein modulares, individuell auf die jeweilige Örtlichkeit anpassbares Instandsetzungssystem entwickelt werden.
Gegenstand der jetzt vergebenen Leistungen zur Uferinstandsetzung
sind:

  • der Rückbau temporärer Sicherungen (Steinwalzen),
  • eine Kampfmittelsuche und -räumung,
  • das Herstellen einer Vorschüttung aus Wasserbausteinen,
  • die Sanierung der Schwergewichtsfundamente unter Wasser,
  • die Sanierung der so genannten Ziegelflachschicht (ZFS),
  • die Erprobung unterschiedlicher Materialien, Baubehelfe und Einbauverfahren
    und
  • Maßnahmen zum Schutz der Bäume.

Die nachstehende Grafik zeigt einen Regelquerschnitt der Ufereinfassungen und typische Schadensbilder. In Umsetzung der Mediationsvereinbarung sollen diese Schäden nachhaltig im Bestand saniert und die Standsicherheit der Ufereinfassungen dauerhaft hergestellt werden.