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Erneuerung der Elektroanlagen und Automatisierung der Schleuse Kleinmachnow

Wiederinbetriebnahme der Mittelkammer und vorübergehende Außerbetriebnahme der Nordkammer

Ausgabejahr 2022
Datum 23.03.2022

Im Auftrag des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Berlin investiert das Wasserstraßen-Neubauamt Berlin rd. 4 Mio. € in die Erneuerung der gesamten elektrotechnischen Anlagen und die Automatisierung der Schleuse Kleinmachnow (Teltowkanal km 8,34) einschließlich Einrichtung eines neuen zentralen Bedienstandes. Generalauftragnehmer ist die WOL-TEC Automatisierungstechnik GmbH aus Woldegk (Mecklenburg-Vorpommern).

Am 31. März 2022 erfolgt nun die Verkehrsfreigabe für die automatisierte Mittelkammer und die Inbetriebnahme des neuen zentralen Bedienstandes im denkmalgeschützten Mittelturm der alten Schleusenanlage.

Gleichzeitig muss dann die Nordkammer Kleinmachnow im Zeitraum 31. März bis 11. Mai 2022 noch einmal für den Schiffsverkehr gesperrt werden (schifffahrtspolizeiliche Anordnung SPAO Nr. 013/2022 des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Spree-Havel vom 15. März 2022). Während dieser Sperrzeit erfolgt dann an der Nordkammer der Austausch aller Antriebe und Signal- sowie Audioanlagen und deren An- und Einbindung in die Automatisierungstechnik zur Aufschaltung auf den neuen Bedienstand.

Wasserfahrzeuge bis 65 m Länge und 9,5 m Breite können während der Sperrung der Nordkammer die Mittelkammer benutzen. Größere Fahrzeuge müssen die Sperrstelle großräumig über die Stadtspree und die Havel umfahren.

„Der Ersatz sämtlicher elektrotechnischen Anlagen und der Umbau des denkmalgeschützten Mittelturmes waren eine ganz besondere Herausforderung für alle am Bau Beteiligten. Besonders interessant war die einzigartige Automatisierung einer der letzten noch funktionstüchtigen Hotoppschen Heberanlagen zum Füllen und Entleeren der Mittelkammer“, sagt Karsten Schiller als Baubevollmächtigter des Wasserstraßen-Neubauamtes Berlin.

Zum Zeitpunkt des Baus der Schleuse am Beginn des 20. Jahrhunderts musste die Anlage noch stromlos bedient werden. Zum Füllen und Entleeren der Mittelkammer kommen daher bis heute sogenannte Hotoppsche Heber zum Einsatz, die mittels Erzeugung eines Vakuums im Heberscheitel pneumatisch zum Anspringen gebracht werden. Vergleichbare betriebsfähige Schleusenanlagen in Deutschland gibt es heute nur noch am Elbe-Lübeck-Kanal. Künftig wird die Anlage jedoch elektronisch bedient und nach Inbetriebnahme einer Leitzentrale in Berlin-Grünau künftig auch ferngesteuert.

23.03.2022: Schleuse Kleinmachnow, Mittelkammer mit Unterhaupt Schleuse Kleinmachnow 23.03.2022: Schleuse Kleinmachnow, Mittelkammer mit Unterhaupt Quelle: WNA Berlin

23.03.2022: Schleuse Kleinmachnow, Unterhaupt mit neuem Bedienstand im ersten Obergeschoss des Mittelturms Schleuse Kleinmachnow 23.03.2022: Schleuse Kleinmachnow, Unterhaupt mit neuem Bedienstand im ersten Obergeschoss des Mittelturms Quelle: WNA Berlin

23.03.2022: Schleuse Kleinmachnow, Bedientisch für die Mittelkammer im neuen zentralen Bedienstand Schleuse Kleinmachnow 23.03.2022: Schleuse Kleinmachnow, Bedientisch für die Mittelkammer im neuen zentralen Bedienstand Quelle: WNA Berlin

23.03.2022: Schleuse Kleinmachnow, Nordkammer Schleuse Kleinmachnow 23.03.2022: Schleuse Kleinmachnow, Nordkammer Quelle: WNA Berlin

23.03.2022: Schleuse Kleinmachnow, Detail Hotoppscher Heber mit redundant ausgebildeten Belüftungsventilen Schleuse Kleinmachnow 23.03.2022: Schleuse Kleinmachnow, Detail Hotoppscher Heber mit redundant ausgebildeten Belüftungsventilen Quelle: WNA Berlin